Das Leben in der DDR
Zeitzeugin Monika Weiser zu Gast in der Klasse 10c
Zu Gast war Monika Weiser, die aus eigener Erfahrung über Alltag, Repression und die Tätigkeit der Staatssicherheit berichtete.
Monika Weiser wuchs in der DDR auf und war als Turnerin aktiv, bevor ein Sportunfall ihre sportliche Laufbahn beendete. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung in Physiotherapie und studierte Sportmedizin. Sie gehörte zu den wenigen Physiotherapeutinnen, die für die Olympischen Spiele der DDR im Turnen zugelassen wurden, obwohl sie kein Mitglied der Partei war. Ihr Leben wurde jedoch durch den Versuch, die DDR zu verlassen, grundlegend verändert. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch über Bulgarien wurde sie verhaftet. Hochschwanger wurde sie von der Stasi in Untersuchungshaft genommen, brachte ihr Kind im Krankenhaus zur Welt und wurde kurz darauf weiter verhört. Schließlich wurde sie zu drei Jahren Haft verurteilt, die sie in verschiedenen Gefängnissen verbüßte. Ihr Mann blieb ebenfalls in Gewahrsam. Nach ihrer Entlassung galt sie als Republikflüchtige.
Im persönlichen Gespräch schilderte Frau Weiser ihre Erlebnisse und beantwortete die Fragen der Schülerinnen und Schüler, die großes Interesse zeigten und die Gelegenheit nutzten, um mehr die Arbeit der Stasi und die persönlichen Auswirkungen auf Betroffene zu erfahren. Monika Weiser brachte originale Stasi-Unterlagen sowie persönliche Dokumente mit, die sie der Klasse erläuterte und anschaulich erklärte. Die Materialien ermöglichten einen unmittelbaren Blick auf die Methoden des Überwachungsstaates und machten die historischen Ereignisse ein wenig greifbarer.
Das Zeitzeugengespräch ergänzte den aktuellen Geschichtsunterricht und hinterließ bei vielen Schülern einen bleibenden Eindruck. Die Klasse 10c bedankt sich herzlich bei Monika Weiser für ihren Besuch und ihre Offenheit, persönliche Erfahrungen aus dieser prägenden Zeit der deutschen Geschichte zu teilen.
Linus Mötz 10c